Furnier Verarbeitungsfehler

Furnierte Oberflächen und ein seltsames Muster
Als Furnier bezeichnet man ca 0,5 - 0,8 mm starke Blätter aus Holz. Diese werden auf verschiedenen Herstellungsverfahren gewonnen. Es gibt auch Starkfurnier, welches ich in diesem Text vernachlässige. 
Aus der Geschichte geht hervor, dass die ersten Orte an denen Furnier verwendet wurde in Ägypten lagen. In der Renaissance (ab 1350 in Italien), im Barock und im Rokoko erlebte das Furnier seine  Blütezeit. 
Furnier ist eines der edelsten Erzeugnisse, die sich aus Holz herstellen lassen. Der Tischler kann aus dem Furnier außergewöhnliche und vielfältige Furnierbilder herstellen. 
Bei der Verarbeitung von Furnier kann es allerdings auch zu Verarbeitungsfehlern kommen. Grade heute, wo der Kostendruck durch Zeitersparniss kompensiert wird. Zudem kommt durch die permanente Spezialisierung der Tischler ein Erfahrungsdefizit in der Verarbeitung von Furnier. 
Hier in diesem Beitrag gehe ich auf einen speziellen Verarbeitungsfehler ein. 
Um eine Fläche herzustellen, müssen die Furnierblätter gestürzt und anschließend gefügt werden.
Der hier beschriebene Verarbeitungsfehler erreicht man nur wenn das Furnier in dem Zick-Zack-Klebeverfahren verarbeitet wurde. Dabei werden die Furnierblätter mit einem Leimfaden verbunden.
Ein solcher Leimfaden wird erhitzt und verklebt die nebeneinander liegenden Furnierblätter. Dieser Leimfaden wird allerdings nicht ganz eben mit der Furnierfläche.  In den meisten Fällen werden für die Bauteile Plattenmaterial wie Spanplatten oder MDF verwendet. Dieses Plattenmaterial ist hochverdichtet und hat eine sehr harte Oberfläche. Wenn jetzt im Verarbeitungsprozess das gefügte Furnier mit dem Leimfaden in die Leimflotte auf das Trägermaterial verpresst wird, drückt sich der Leimfaden in das weiche Furnier. Dieses muss nach dem verpressen geschliffen werden. Bei einer Furnierstärke von 0,5 – 0,8 mm besteht schnell die Gefahr, dass in den fertigen Oberflächen der Leimfaden durchscheint. Dieses Schadenbild sieht man sehr gut auf den Fotos. 
Wie kann man das denn verhindern? 
Ein weiterer Arbeitsschritt verhindert dieses Schadenbild.
In dem der Verarbeiter ein weiches Unterfurnier auf das feste Trägermaterial aufbringt, erreicht er eine zusätzliche Trennschicht zwischen Trägermaterial und Deckfurnier. Dadurch wird verhindert, dass der Leimfaden sich in das Deckfurnier durchdrückt. 
Zum Schluss sei gesagt, dass ein Möbelstück mit furnierten Flächen ein sehr hochwertiges Möbelstück ist. Fragen Sie Ihren Tischler nach einem solchen hochwertigen Möbel. 
Marc Schütt